In diesem Interview der Reihe „Fünf Minuten mit …“ spricht Clifford Ondieki über die Bedeutung der Spulenwicklung für die Netzzuverlässigkeit, die Grenzen theoretischer Modelle und die Technologien, die Energieprojekte vorantreiben werden.
Clifford Ondieki, ein Ingenieur für Energiesysteme, der kürzlich seinen Master in Engineering Management an der Arden University in Berlin abgeschlossen hat, teilt seine Gedanken zur Elektrotechnikbranche und zu den Technologien, die man im Auge behalten sollte.
1. Was hat Ihr Interesse an der Elektrotechnik bzw. der Spulenwicklungsbranche ursprünglich geweckt?
Mich faszinierte eine grundlegende technische Erkenntnis: Die Zuverlässigkeit des Stromnetzes hängt von den physikalischen Komponenten ab. Die Präzision einer Spulenwicklung bestimmt den Wirkungsgrad, die thermische Belastbarkeit und die Lebensdauer von Transformatoren und Motoren – dem Rückgrat unserer Infrastruktur.
Diese Erkenntnis ließ sich durch angewandte Forschung in die Praxis umsetzen. Bei unserer mit dem IEEE-Preis ausgezeichneten Studie zur EV-Infrastruktur war eine zentrale Einschränkung die reale Leistungsfähigkeit von Verteilungstransformatoren, die durch ihre Wicklungskonstruktion und ihre Materialien bestimmt wird. Die Forschung bewies, dass eine strategische, komponentenorientierte Planung den gerechten Zugang um 21 % verbessern kann, ohne die Hardware an ihre Grenzen zu bringen. Die Lehre daraus war klar: Man kann kein zuverlässiges, zukunftssicheres Netz modellieren, wenn man unzuverlässige Annahmen über seine physikalischen Komponenten trifft.
2. Können Sie mir einen kurzen Überblick über Ihren beruflichen Werdegang in dieser Branche geben?
Im Mittelpunkt meiner beruflichen Laufbahn stand die Umwandlung systemischer Engpässe in automatisierte Lösungen. Ich begann meine Karriere in der Spannungsstabilitätsanalyse für Studien zum Netzanschluss erneuerbarer Energien, wo mir bewusst wurde, wie viel wertvolle Ingenieurszeit für sich wiederholende Compliance-Aufgaben verschwendet wurde.
Anschließend wandte ich mich der Entwicklung von Softwaretools zu, um diese Arbeitsabläufe zu automatisieren. Diese Methodik wurde in einer von Fachkollegen begutachteten Studie (IEEE ETECOM) bestätigt, in der wir ein Modell zur Optimierung der Einführung von EV-Ladestationen entwickelten, das sowohl die Netzstabilität als auch soziale Gerechtigkeit berücksichtigt. Ich wende diese „Automatisierung von Erkenntnissen“ nun auf Projekte wie den Berlin Grid Digital Twin an und entwickle Tools, die monatelange Engpass- und Compliance-Studien auf wenige Tage verkürzen können. Das Ziel ist klar: die technischen Engpässe zu beseitigen, die kritische Energieprojekte blockieren.
3. Warum haben Sie sich für einen Besuch der CWIEME Berlin entschieden?
Ich besuche die CWIEME, um wichtige Validierungen durchzuführen. Sie bildet die Brücke zwischen theoretischen Modellen und der Realität in der Fertigung.
Meine Arbeit im Bereich Netzintegration stützt sich auf präzise Annahmen darüber, wie sich Anlagen unter Belastung verhalten. Die CWIEME bietet mir die Möglichkeit, diese Annahmen direkt mit den Materialwissenschaftlern und Produktionsingenieuren auf Herz und Nieren zu prüfen, die definieren, was möglich ist. Für mich ist dieser Dialog kein Luxus – er ist die Grundlage für glaubwürdige, verlässliche Technik und stellt sicher, dass die digitalen Lösungen, die wir entwickeln, stets auf physikalischen Gegebenheiten basieren.
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4. Worauf freust du dich bei der diesjährigen Veranstaltung am meisten?
Ich bin gespannt auf den nächsten Schritt bei „Design for Integration“. Ich wünsche mir Komponenten, die von Anfang an mit ihrem digitalen Zwilling entwickelt werden – Transformatoren, Antriebe und Leistungselektronik, die nicht nur mit Datenblättern, sondern auch mit validierten Simulationsmodellen und klaren Datenschnittstellen geliefert werden.
Warum? Weil eine Komponente, die sich leichter modellieren und zertifizieren lässt, den Projektzeitplan um Monate verkürzen kann. Außerdem möchte ich mich mit anderen über die praktischen Herausforderungen von Vorschriften wie Redispatch 2.0 austauschen, bei denen es um die Netzstabilität in der Energiewende geht – also um die Umsetzung in der Praxis.
5. Welche Technologie wird Ihrer Meinung nach in den nächsten zehn Jahren den größten Einfluss haben?
Die größte Auswirkung wird nicht eine einzelne Technologie sein, sondern die systematische Automatisierung von Compliance und Planung.
Derzeit steht die Branche vor einer quantifizierbaren Krise: Projekte verzögern sich um Jahre, teilweise aufgrund manueller, sich wiederholender Analysen der Netzvorschriften. Die Lösung besteht darin, digitale Zwillinge mit Regelwerken zu integrieren, um „Compliance-as-Code“-Systeme zu schaffen. Die ultimative Auswirkung ist nicht nur intelligentere Software. Es sind schnellere Entscheidungen, freigesetztes Kapital und die Beschleunigung der allgemeinen Energiewende. Die Organisationen, die diesen Wandel meistern, werden ihre Engineering-Aktivitäten von einer Kostenstelle in einen strategischen Beschleuniger verwandeln.



















