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Den Kreislauf in der Elektroindustrie schließen

03. März 2025 | Artikel

Die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft birgt Herausforderungen und Chancen

Die globale wirtschaftliche Entwicklung und das Bevölkerungswachstum haben dazu geführt, dass ein nachhaltigerer und „natürlicherer“ Konsumansatz dringend erforderlich ist. Die Schaffung einer Kreislaufwirtschaft bietet hier eine Lösung, indem sie Abfall minimiert und den Wert der Ressourcen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg maximiert.

Definition von Kreislaufwirtschaft

Normen für die Kreislaufwirtschaft bei energieverbrauchsrelevanten Produkten wurden vom Europäischen Komitee für Normung und vom Europäischen Komitee für elektrotechnische Normung (CEN-CENELEC) erarbeitet. Die Normenreihe EN 4555X umfasst die Langlebigkeit, die Möglichkeit der Wiederaufbereitung, Reparatur und Wiederverwendung von Komponenten oder des gesamten Produkts sowie die Aufrüstung. Sie berücksichtigt zudem die Recyclingfähigkeit, die Verwertbarkeit, die Verwendung von recycelten Materialien und den gezielten Einsatz kritischer Rohstoffe nur dort, wo sie wirklich benötigt werden.

Die Normen orientieren sich an drei übergeordneten Zielen der Europäischen Kommission: der Verlängerung der Produktlebensdauer, der Möglichkeit zur Wiederverwendung von Bauteilen oder zum Recycling von Materialien aus Produkten am Ende ihrer Lebensdauer sowie der Verwendung von wiederverwendeten Bauteilen und/oder recycelten Materialien in Produkten.

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus

Die wichtigsten Vorteile der Umsetzung von Kreislaufwirtschaft in der Elektroindustrie liegen vor allem im Umweltbereich. Die Kreislaufwirtschaft trägt dazu bei, der Ressourcenverknappung entgegenzuwirken, indem sie die Abhängigkeit von der Gewinnung endlicher Rohstoffe verringert. Darüber hinaus hat die Herstellung von Sekundärrohstoffen in der Regel deutlich geringere Umweltauswirkungen als die Produktion von Materialien aus Primärrohstoffen, was zu einem nachhaltigeren und effizienteren Produktionsprozess beiträgt.

Laut Draghi und von der Leyenschafft die Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft auf lokaler Ebene durch Reparatur-, Wiederverwendungs- und Recyclingdienstleistungen Arbeitsplätze und trägt damit zum Wirtschaftswachstum eines Landes bei.

So wurden beispielsweise im Vereinigten Königreich zwischen 2014 und 2019 im Sektor der Kreislaufwirtschaft fast 90.000 neue Arbeitsplätze im Bereich der Kreislaufwirtschaft geschaffen, wodurch die Gesamtbeschäftigung in diesem Sektor auf über eine halbe Million stieg. Darüber hinaus deuten Prognosen darauf hin, dass durch ehrgeizige politische Maßnahmen mit den Schwerpunkten Wiederverwendung, Reparatur und Wiederaufarbeitung bis 2035 im gesamten Vereinigten Königreich über 450.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden könnten.

Eine Kreislaufwirtschaft kann auch als geopolitisches Instrument betrachtet werden. Metalle sind Handelsgüter, weshalb die Abhängigkeit von Importen mit gewissen Risiken verbunden ist. Eine Verringerung dieser Abhängigkeit fördert die regionale oder nationale Rohstoffsouveränität.

Bestimmte Metalle wie Stahl, Kupfer und Aluminium sind für politische Ziele wie die Energiewende von entscheidender Bedeutung. Eine Fokussierung auf Kreislaufwirtschaft kann den Zugang zu diesen Metallen auf regionaler oder kontinentaler Ebene verbessern und die Möglichkeit bieten, in Zeiten von Überschüssen mit anderen Regionen Handel zu treiben.

Das Ziel, den Kreislauf auf nationaler und regionaler Ebene zu schließen, fördert zudem technologische Innovationen, die auf die Rückgewinnung von Materialien am Ende ihrer Nutzungsdauer ausgerichtet sind.


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Sollten wir die Lebensdauer von Produkten verkürzen?

Theoretisch würde eine auf Kreislaufwirtschaft ausgerichtete Denkweise darauf abzielen, die Lebensdauer von Produkten so lang wie möglich zu gestalten. In Bereichen jedoch, in denen der technologische Fortschritt voranschreitet und die Energieeffizienz der Produkte sowie die Recyclingfähigkeit der bei der Herstellung verwendeten Materialien hoch ist, behindert eine lange Lebensdauer die Einführung dieser neuen Technologie.

In manchen Fällen, beispielsweise bei Motoren und Transformatoren, kann es effizienter sein, Produkte vor Ablauf ihrer Lebensdauer zurückzurufen und durch effizientere Geräte zu ersetzen. Da die verwendeten Materialien in hohem Maße wiederverwertbar sind, ist es besser, sie in neuen, energieeffizienteren Produkten wiederzuverwenden.

Viele Unternehmen setzen bereits auf Recycling und Kreislaufwirtschaft. Ein Beispiel hierfür ist eine Partnerschaft zwischen ABB und Stena Recycling sorgt dafür, dass ausgediente Maschinen effizient recycelt und die Metalle in neuen europäischen Produkten wiederverwendet werden. ABB gibt an, dass seine großen Motoren und Generatoren zu 98 Prozent recycelbar sind, wobei die restlichen zwei Prozent der Materialien für die Verbrennung mit Wärmerückgewinnung geeignet sind.

Indem sie sich auf die Entsorgung dieser Maschinen am Ende ihrer Lebensdauer konzentrieren, können Unternehmen die Umweltbelastung verringern und sicherstellen, dass die Anlagen regelmäßig modernisiert werden. ABB arbeitet zudem mit Stena Recycling bei der Verwertung seiner Transformatoren zusammen und gibt an, dass bis 2030 über 80 Prozent aller Produkte und Lösungen des Unternehmens auf einem Kreislaufansatz basieren sollen.

Recycling

In Europa und weltweit gibt es zahlreiche Recyclingstandorte und Sekundärschmelzen. In Deutschland gibt es beispielsweise spezialisierte Recyclingzentren wie „Elektro-Recycling Nord“ in Hamburg für Haushaltsgeräte und Elektronikschrott sowie „Cablo“ in Berlin und im Ruhrgebiet, das sich auf die Trennung von Metall und Kunststoff, insbesondere aus Kabeln, konzentriert.

Das Recycling von Altprodukten kann jedoch aufgrund von Problemen bei der Sammlung, der komplexen Materialtrennung und der weltweit zersplitterten Recyclingkreisläufe eine Herausforderung darstellen. So werden beispielsweise Motoren oft unterschiedlich behandelt: Große und mittelgroße Motoren werden zur Kupferrückgewinnung recycelt, kleine Motoren werden häufig exportiert, und sehr kleine Motoren aus Haushaltsgeräten landen oft auf Deponien.

Die Trennung der Materialien erschwert das Recycling, beispielsweise bei der Aufbereitung von Verbundwerkstoffen wie dem Gießharz in Trockentransformatoren. Globale Märkte und uneinheitliche EU-Klassifizierungen für Elektronikschrott behindern zudem eine wirksame Regulierung.

Um dem entgegenzuwirken, könnte die Sammlung durch Organisationen zur Herstellerverantwortung (PROs) optimiert werden. Dabei handelt es sich um Einrichtungen, die von Herstellern gegründet werden, um die Sammlung, das Recycling und die Entsorgung ihrer Produkte zu gewährleisten. Dies kann die Materialrückgewinnungsquoten erhöhen und die ökologische und finanzielle Belastung durch die Abfallwirtschaft von den Behörden und Verbrauchern abnehmen.

Den Kreislauf schließen

Hersteller und Produzenten könnten weitere Leitlinien zur Entsorgung und Demontage ihrer Produkte entwickeln. Neben den PROs können Hersteller Geschäftsmodelle entwickeln, um die Altprodukte ihrer Kunden zurückzunehmen und ordnungsgemäß zu verwerten, was Möglichkeiten zur Werterhaltung schafft.

Gleichzeitig können Konstrukteure mit Recyclingunternehmen zusammenarbeiten, um Konstruktionen zu entwickeln, die die Demontage und Trennung am Ende der Lebensdauer erleichtern. Konstrukteure können zudem mit der Metallindustrie zusammenarbeiten, um ihr Wissen über die metallurgischen Eigenschaften häufig verwendeter Werkstoffe wie Kupfer zu vertiefen. Dies würde dazu beitragen, Konstruktionen zu entwickeln, bei denen Metalle mit Werkstoffen kombiniert werden, die sich im Schmelz- und Raffinationsprozess leicht trennen lassen.

In der Natur nimmt jeder Organismus eine eigene Nische ein. Er entnimmt seiner Umgebung Stoffe und gibt diese am Ende seines Lebens wieder zurück. Das Gleiche kann auch für die Elektroindustrie und Messen wie die CWIEME Berlin dazu, indem sie konstruktive Diskussionen zwischen allen Akteuren der Wertschöpfungskette – sowohl vor- als auch nachgelagert zu den Herstellern – ermöglichen und so eine nachhaltigere Kreislaufwirtschaft schaffen.


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Veranstaltungsort

Messe Berlin, Südeingang, Messedamm 22, D-14055 Berlin, Deutschland

Öffnungszeiten

Dienstag, 27. April| 09:30 – 17:00 Uhr

Mittwoch, 28. April| 09:30 – 17:00 Uhr

Donnerstag, 29. April| 09:30 – 15:00 Uhr