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CWIEME Talks: Wayne Johnson über Motoren, Werkstoffe und die Förderung der nächsten Generation von Talenten

17. Dezember 2025 | Artikel

Von der Fertigung bis in die Vorstandsetagen auf drei Kontinenten hat Wayne Johnson die Laminat- und Motorenindustrie von Grund auf kennengelernt.

In diesem Gespräch der Reihe „CWIEME Talks“ mit Alexandra da Fonte Martins, Senior Content Manager bei der CWIEME Berlin, blickt die Branchenstrategin auf eine Karriere zurück, die von globalen Kulturen, praktischer Fertigung und einer Leidenschaft für die Personalentwicklung geprägt ist.

Sehen Sie sich die folgenden Vorträge an:

 

Die Branche richtig kennenlernen: von der Laminierung bis zur Führungsrolle

Waynes Karrierebeginn war alles andere als konventionell: Als Management-Trainee in einem kleinen britischen Laminierunternehmen durchlief er fast alle Abteilungen, während er abends Wirtschaft, Rechnungswesen und Management studierte. Diese Grunderfahrung – an einem Tag einen Ein-Tonnen-Lkw für eine wichtige Lieferung zu fahren, am nächsten Tag makroökonomische Daten zu analysieren – prägte einen Grundsatz, der seitdem seine Herangehensweise bestimmt: Verstehe die Arbeit, bevor du versuchst, sie zu leiten.

Anschließend übernahm er Führungspositionen in einer schnell wachsenden privaten Laminiergruppe, die in Großbritannien, Deutschland, den USA und Mitteleuropa expandierte, und half später dabei, die Marktpräsenz eines europäischen Herstellers in Nordamerika auszubauen – durch den Erwerb von Kapazitäten, die Eröffnung neuer Standorte und die Entwicklung einer kleinen Präsenz zu einem anerkannten Akteur.
Die Erkenntnis: Investitionen und Kundennähe sind wichtiger als reine Größe – und mutige Marketingaktionen (wie die Beleuchtung einer Marke über einem großen Veranstaltungsort) sind entscheidend, wenn man einem neuen Markt seine Absichten signalisieren will.

Was wirklich den Unterschied macht: Menschen, nicht nur Projekte

Fragt man Wayne nach seiner größten Errungenschaft, nennt er keine Produkteinführung. Er spricht von Menschen – davon, junge Talente in kaufmännische und technische Teams zu holen, sie mit erfahrenen Kollegen zusammenzubringen und Raum für neue Ideen zu schaffen. Gemischte Teams, so argumentiert er, verringern das Risiko von Gruppendenken und beschleunigen praktische Innovationen. Diese Philosophie spiegelt sich in den Community-Programmen der CWIEME wider – von „Future Engineers“ bis hin zu „Women in Engineering“–, in denen Zugang und Chancen Neugierde in Kompetenz verwandeln.

Herausforderungen, die man nicht ignorieren darf – und wie man darauf reagiert

Wayne spricht eine Reihe von Realitäten an, mit denen jeder Automobilhersteller und Zulieferer zu kämpfen hat:

  • Politische Unsicherheiten vs. Anlagehorizonte. Fabriken, Pressen und Automatisierungstechnik sind keine Investitionen mit einer Laufzeit von nur vier Jahren. Unternehmen brauchen Vertrauen, um sich auf langfristige Investitionen einzulassen, auch wenn sich die Politik hinsichtlich der Einführung von Elektrofahrzeugen oder der entsprechenden Fördermaßnahmen ändert.

  • Materialien und Fertigungsfähigkeit. Die Vorteile zeigen sich nicht nur auf dem Datenblatt, sondern auch in der Werkzeugbauwerkstatt. Der Wechsel von 0,50–0,65 mm Elektroblech zu 0,20–0,30 mm erfordert bessere Werkzeuge, Zuführungen und Automatisierungslösungen, um dünnes Material in großen Stückzahlen verarbeiten zu können.

  • Über Standardgüten hinaus. Hochleistungslegierungen (einschließlich kobalt- und nickelbasierter Stähle) werden in der Luft- und Raumfahrt sowie in Spezialanwendungen schon seit langem eingesetzt, doch Kosten und Einschränkungen bei der Chargengröße verhindern eine breitere Anwendung. Sollten sich hier Zwischenlösungen herausbilden, könnten Antriebsmotoren für Elektrofahrzeuge und Hochleistungsmotoren einen sprunghaften Anstieg bei Effizienz und Leistungsdichte verzeichnen.

  • Echte Zusammenarbeit im Bereich Design. Um die optimale Maschine zu entwickeln – hinsichtlich Kosten, Gewicht, Baugröße und Leistung – müssen OEMs, Stanzbetriebe, Stahlhersteller, Lieferanten von Wickeldraht und Automatisierungspartner früher und offener zusammenarbeiten, selbst unter Einhaltung angemessener Vertraulichkeitsgrenzen.

Warum Messen wie die CWIEME nach wie vor wichtig sind

Waynes erster Messeauftritt fand in einem Lieferwagen am Alexandra Palace statt. Dabei ging es nicht um Glamour, sondern um Konzentration: In drei Tagen traf er mehr relevante Personen als in einem ganzen Jahr auf Reisen. Heute gilt dieses Prinzip über Grenzen hinweg: Ingenieure, Einkaufsleiter, F&E-Leiter und Lieferanten unter einem Dach. Er rät dringend dazu, sowohl das Team aus der Produktion als auch die Einkaufsabteilung zu entsenden – sie kennen die tatsächlichen Herausforderungen und kehren mit besseren Fragen und praktischen Ideen zurück.

Ausblick: Motoren werden schlanker, intelligenter und effizienter

Es ist mit einer anhaltenden Dynamik in Richtung dünnerer Laminate, intelligenterer Fertigungszellen und höherer Effizienz auf Systemebene bei Elektrofahrzeugen, Haushaltsgeräten, Pumpen, Generatoren und vielem mehr zu rechnen. Da Motoren überall zu finden sind – von Haushalten über Fahrzeuge bis hin zu Industrieanlagen –, summieren sich die Effizienzgewinne, die wir gemeinsam erzielen, im gesamten Stromnetz.

Neu ab 2026: Elektromotor-Forum

Die CWIEME wird 2026 das „Electric Motor Forum“ ins Leben rufen – eine spezielle Informationsplattform und integrierte Drehscheibe für die globale Motorenbranche. Es soll technische Fachmeinungen stärker in den Vordergrund rücken, Projekte mit Partnern vernetzen und den Austausch das ganze Jahr über fördern – von Werkstoffen und Werkzeugkonstruktion bis hin zu Automatisierung, Steuerung und Prüfung.

Waynes Botschaft an angehende Ingenieure

Die Technik spielt keineswegs nur „im Hintergrund“ eine Rolle – unsere Branche sichert die Lebensgrundlagen, indem sie Strom, Wasser, Wärme und Licht bereitstellt. Wenn du neugierig und lernbereit bist, braucht diese Branche dich. Bring deine Sprachkenntnisse, deine datenorientierte Denkweise und deine Ideen ein. Arbeite mit erfahrenen Kollegen zusammen, die wissen, warum die Lösungen von gestern noch bestehen, und hilf dann dabei, sie für die Zukunft neu zu gestalten.

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Veranstaltungsort

Messe Berlin, Südeingang, Messedamm 22, D-14055 Berlin, Deutschland

Öffnungszeiten

Dienstag, 19. Mai| 09:30 – 17:30 Uhr

Mittwoch, 20. Mai | 09:30 – 17:30 Uhr

Donnerstag, 21. Mai| 09:30 – 16:00 Uhr