Von der Fertigungshalle bis in die Vorstandsetagen auf drei Kontinenten – Wayne Johnson hat die Laminat- und Motorenbranche von Anfang bis Ende miterlebt.
In diesem Gespräch im Rahmen der „CWIEME Talks“ mit Alexandra da Fonte Martins, Senior Content Managerin bei der CWIEME Berlin, blickt die Branchenstrategin auf eine Karriere zurück, die von globalen Kulturen, praktischer Fertigung und der Leidenschaft für die Förderung von Mitarbeitern geprägt ist.
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Die Branche richtig kennenlernen: von Laminaten bis hin zu Führungsaufgaben
Waynes Karrierebeginn war alles andere als konventionell: Als Management-Trainee in einem kleinen britischen Laminierunternehmen durchlief er fast alle Abteilungen, während er abends Wirtschaftswissenschaften, Rechnungswesen und Management studierte. Diese Grunderfahrung – an einem Tag einen 1-Tonnen-Lkw für eine wichtige Lieferung zu fahren, am nächsten Tag makroökonomische Daten auszuwerten – prägte einen Grundsatz, der seitdem seinen Ansatz bestimmt: Verstehe die Arbeit, bevor du versuchst, sie zu leiten.
Anschließend bekleidete er Führungspositionen in einem schnell wachsenden privaten Laminierkonzern, der in Großbritannien, Deutschland, den USA und Mitteleuropa expandierte, und trug später dazu bei, die Marktpräsenz eines europäischen Herstellers in Nordamerika auszubauen – durch den Erwerb von Kapazitäten, die Eröffnung neuer Standorte und die Entwicklung einer kleinen Nischenpräsenz zu einem anerkannten Akteur.
Die Erkenntnis: Investitionen in Verbindung mit Kundennähe sind wichtiger als reine Größe allein – und mutige Marketingaktionen (wie die Präsentation einer Marke in Leuchtschrift über einem großen Veranstaltungsort) sind entscheidend, wenn man einem neuen Markt seine Absichten signalisieren will.
Was wirklich den Unterschied macht: Menschen, nicht nur Projekte
Fragt man Wayne nach seiner größten Leistung, nennt er keine Produkteinführung. Er spricht von Menschen – davon, junge Talente in kaufmännische und technische Teams zu integrieren, sie mit erfahrenen Kollegen zusammenzubringen und Raum für neue Ideen zu schaffen. Gemischte Teams, so argumentiert er, verringern das Risiko von Gruppendenken und beschleunigen praktische Innovationen. Diese Philosophie spiegelt sich in den Community-Programmen der CWIEME wider – von „Future Engineers“ bis hin zu „Women in Engineering“–, bei denen Zugang und Chancen Neugier in Kompetenz verwandeln.
Herausforderungen, die man nicht ignorieren darf – und wie man darauf reagiert
Wayne spricht eine Reihe von Realitäten an, mit denen jeder Automobilhersteller und jeder Zulieferer von Bauteilen zu kämpfen hat:
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Politische Unbeständigkeit vs. Anlagehorizonte. Fabriken, Pressen und Automatisierung sind keine Investitionen mit einer Laufzeit von vier Jahren. Unternehmen brauchen Vertrauen, um sich auf Investitionsvorhaben mit langen Laufzeiten festzulegen, auch wenn sich die politischen Rahmenbedingungen hinsichtlich der Einführung von Elektrofahrzeugen oder der Fördermaßnahmen ändern.
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Materialien und Fertigungsfähigkeit. Die Vorteile zeigen sich nicht nur im Datenblatt, sondern auch in der Werkzeugbauwerkstatt. Der Wechsel von 0,50–0,65 mm Elektroblech zu 0,20–0,30 mm erfordert bessere Werkzeuge, Zuführungen und Automatisierungslösungen, um dünnes Material in großen Stückzahlen verarbeiten zu können.
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Über Standardgüten hinaus. Hochleistungslegierungen (einschließlich kobalt- und nickelbasierter Stähle) werden in der Luft- und Raumfahrt sowie in Spezialanwendungen schon seit Langem eingesetzt, doch Kosten und Einschränkungen bei der Chargengröße verhindern eine breitere Verbreitung. Sollten sich Kompromisslösungen herausbilden, könnten Elektroantriebe für Elektrofahrzeuge und Hochleistungsmotoren einen sprunghaften Anstieg bei Effizienz und Leistungsdichte verzeichnen.
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Echte Zusammenarbeit im Bereich Design. Um die optimale Maschine zu entwickeln – hinsichtlich Kosten, Gewicht, Baugröße und Leistung – müssen OEMs, Stanzbetriebe, Stahlhersteller, Lieferanten von Wickeldraht und Automatisierungspartner früher und offener zusammenarbeiten, selbst unter Einhaltung angemessener Vertraulichkeitsgrenzen.
Warum Messen wie die CWIEME nach wie vor wichtig sind
Waynes erste Fachmesse fand in einem Transporter im Alexandra Palace statt. Dabei ging es nicht um Glamour, sondern um Dichte: In drei Tagen traf er mehr relevante Personen als in einem ganzen Jahr auf Reisen. Heute lässt sich dieses Prinzip über Grenzen hinweg anwenden: Ingenieure, Einkaufsleiter, F&E-Leiter und Lieferanten unter einem Dach. Er rät dringend dazu, sowohl das Team aus der Produktion als auch die Einkaufsabteilung zu entsenden – sie kennen die tatsächlichen Einschränkungen und werden mit besseren Fragen und praktischen Ideen zurückkehren.
Ausblick: Motoren werden schlanker, intelligenter und effizienter
Es ist mit einer anhaltenden Entwicklung hin zu dünneren Laminaten, intelligenteren Fertigungszellen und höherer Effizienz auf Systemebene bei Elektrofahrzeugen, Haushaltsgeräten, Pumpen, Generatoren und vielem mehr zu rechnen. Da Motoren überall zum Einsatz kommen – von Privathaushalten über Fahrzeuge bis hin zu Industrieanlagen –, wirken sich die Effizienzsteigerungen, die wir gemeinsam erzielen, im gesamten Stromnetz positiv aus.
Neu ab 2026: Elektromotor-Forum
Die CWIEME wird 2026 das „Electric Motor Forum“ ins Leben rufen – eine spezielle Informationsplattform und integrierte Schnittstelle für die globale Motorenbranche. Es soll technische Fachmeinungen stärker in den Vordergrund rücken, Projekte mit Partnern vernetzen und den Austausch das ganze Jahr über anregen – von Werkstoffen und Werkzeugbau bis hin zu Automatisierung, Steuerung und Prüfung.
Waynes Botschaft an zukünftige Ingenieure
Die Ingenieursbranche spielt keineswegs „im Hintergrund“ eine Rolle – unsere Branche sichert die Lebensgrundlagen, indem sie Strom, Wasser, Wärme und Licht bereitstellt. Wenn Sie neugierig und lernbereit sind, braucht diese Branche genau Sie. Bringen Sie Ihre Sprachkenntnisse, Ihre datenorientierte Denkweise und Ihre Ideen ein. Arbeiten Sie mit erfahrenen Kollegen zusammen, die wissen, warum die Workarounds von gestern noch existieren, und helfen Sie dann dabei, sie für die Zukunft neu zu gestalten.
Seien Sie Teil der Diskussion, die die nächste Generation von Motoren prägt.
Seien Sie dabei beim globalen Treffpunkt für Innovatoren aus den Bereichen Transformatoren, Motoren und E-Mobilität auf der CWIEME Berlin 2026 | Messe Berlin.
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