Fünf Branchenführer prognostizieren zukünftige Technologien und Trends.
Während sich die Elektroindustrie auf der CWIEME Berlin versammelt, sind sich viele Branchenführer einig, dass das nächste Jahrzehnt nicht von einem einzigen Durchbruch, sondern von mehreren transformativen Technologien geprägt sein wird. Von künstlicher Intelligenz, die Fertigungsprozesse revolutioniert, bis hin zu bahnbrechenden Materialien, die das Motordesign neu gestalten, steht die Branche vor einem beispiellosen Wandel.
Mladen Banovic, Transformatorenexperte und Gründer des Transformers Magazine, sieht künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen eher als Fortsetzung einer jahrzehntelangen Entwicklung denn als plötzliche Umwälzung. „Wir sind seit Jahrzehnten Vorreiter auf diesem Gebiet, aber seine Auswirkungen beschleunigen sich“, erklärt er. Digitale Technologien verändern bereits jetzt Fertigungsprozesse, vorausschauende Wartung und Qualitätskontrolle in der gesamten Branche.
Banovics Vision geht jedoch über Software hinaus. Er ist besonders begeistert von amorphen Kernmaterialien, die aufgrund ihrer überlegenen Energieeffizienz ein erhebliches Marktpotenzial versprechen. Mit Blick auf die Zukunft sieht er in Festkörpertransformatoren ein potenziell „wirklich disruptives“ Produkt – eine Technologie, die die Konstruktion und den Betrieb elektrischer Systeme grundlegend verändern könnte.
Dr. Prof. Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management bietet eine breitere Perspektive auf die Auswirkungen der Autonomie. Während Roboter-Taxis bereits in San Francisco und chinesischen Städten im Einsatz sind, sieht Bratzel das autonome Fahren als eine transformative Kraft, die ganze Branchen neu gestalten wird, nicht nur den Transportsektor.
„Die derzeitigen großen Akteure müssen sich anpassen, sonst laufen sie Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten“, warnt er. Dieser technologische Wandel ist mehr als nur eine schrittweise Verbesserung – er bedeutet eine grundlegende Neukonzeption der Interaktion zwischen Fahrzeugen, Infrastruktur und Energiesystemen.
John Morehead, Berater und Vorstandsmitglied der CWIEME, identifiziert eine historische Einschränkung, die nun endlich angegangen wird: die traditionelle Abhängigkeit der Automobilindustrie von Grundstoffen wie Stahl und Kupfer. „Die Automobilhersteller selbst verfügten einfach nicht über die Forschungs- und Entwicklungsbudgets, um viel in Bezug auf die Erforschung neuer Materialien zu unternehmen“, bemerkt er.
Dies ändert sich derzeit dramatisch. Neue magnetische Materialien, weichmagnetische Verbundwerkstoffe, fortschrittliche Legierungen und speziell für die 3D-Fertigung entwickelte Materialien werden die Leistung, Haltbarkeit, Effizienz und das Lebenszyklusmanagement von Motoren revolutionieren. Die Auswirkungen gehen weit über inkrementelle Verbesserungen hinaus – diese Materialien könnten völlig neue Ansätze für die Konstruktion und Fertigung von Motoren ermöglichen.
Ales Bertuzzi, Berater für Transformatorprozesse und Vorstandsmitglied der CWIEME, betrachtet die technologische Entwicklung als eine ökologische Notwendigkeit. Seine Begeisterung für umweltfreundliche und erneuerbare Technologien in Verbindung mit dem Aufstieg der E-Mobilität spiegelt die branchenweite Erkenntnis wider, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine Option, sondern eine Notwendigkeit ist.
„Es gibt eine deutliche Abkehr von traditionellen Praktiken in der Öl- und Gasindustrie, und nachdem wir seit Jahrzehnten die Notwendigkeit von Veränderungen erkannt haben, sehen wir endlich echte Fortschritte“, bemerkt Bertuzzi. Die Batterietechnologie und die Produktion grüner Energie schreiten rasch voran und schaffen neue Anforderungen an die Energieinfrastruktur, die mit der zunehmenden Elektromobilität und dem öffentlichen Nahverkehr Schritt halten kann.
Bertuzzis Vision reicht bis zur ultimativen Energielösung: der Kernfusion. „Wenn wir das schaffen, könnte die Fusion die wirkungsvollste Technologie überhaupt sein, und es sieht so aus, als kämen wir diesem Ziel immer näher.“ Auch wenn die Fusion noch in weiter Ferne liegt, zeigt seine Einbeziehung kleiner Kernreaktoren in den kurzfristigen Energiemix den pragmatischen Ansatz der Branche in Bezug auf die Dekarbonisierung.
Die vielleicht überraschendste Erkenntnis stammt von Marcel Hilgers, Vizepräsident bei thyssenkrupp, der die Annahme in Frage stellt, dass Technologie allein den Wandel vorantreiben wird. Hilgers erkennt zwar die Bedeutung der Reduzierung von Energieverlusten bei Elektrostahl an, glaubt jedoch, dass der eigentliche Wendepunkt grundlegend menschlicher Natur sein wird: „Der größte Treiber unserer Branche in den kommenden Jahren wird nicht die Technologie sein, sondern die Zusammenarbeit und das Lernen, wie man – gemeinsam – entlang der Wertschöpfungskette wachsen kann.“
Hilgers Perspektive hebt drei entscheidende Säulen für die Zukunft der Branche hervor: Zusammenarbeit, Dekarbonisierung und Resilienz. Dies erinnert uns daran, dass selbst in Zeiten rascher technologischer Fortschritte die Fähigkeit zur Zusammenarbeit über traditionelle Grenzen hinweg die wertvollste Innovation überhaupt sein kann.
Diese Branchenführer zeichnen ein Bild der Transformation, das sowohl spannend als auch anspruchsvoll ist. Der Erfolg im nächsten Jahrzehnt erfordert nicht nur technologische Innovationen, sondern auch die Weisheit, diese Fortschritte umsichtig zu integrieren.
Es ist klar, dass das nächste Jahrzehnt von denjenigen geprägt sein wird, die diese transformativen Kräfte erfolgreich steuern können und gleichzeitig den Fokus auf den Aufbau einer effizienteren, nachhaltigeren und vernetzten Welt behalten.
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Eine KI-Revolution herbeiführen
Mladen Banovic, Transformatorenexperte und Gründer des Transformers Magazine, sieht künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen eher als Fortsetzung einer jahrzehntelangen Entwicklung denn als plötzliche Umwälzung. „Wir sind seit Jahrzehnten Vorreiter auf diesem Gebiet, aber seine Auswirkungen beschleunigen sich“, erklärt er. Digitale Technologien verändern bereits jetzt Fertigungsprozesse, vorausschauende Wartung und Qualitätskontrolle in der gesamten Branche.
Banovics Vision geht jedoch über Software hinaus. Er ist besonders begeistert von amorphen Kernmaterialien, die aufgrund ihrer überlegenen Energieeffizienz ein erhebliches Marktpotenzial versprechen. Mit Blick auf die Zukunft sieht er in Festkörpertransformatoren ein potenziell „wirklich disruptives“ Produkt – eine Technologie, die die Konstruktion und den Betrieb elektrischer Systeme grundlegend verändern könnte.
Autonome Fahrsysteme
Dr. Prof. Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management bietet eine breitere Perspektive auf die Auswirkungen der Autonomie. Während Roboter-Taxis bereits in San Francisco und chinesischen Städten im Einsatz sind, sieht Bratzel das autonome Fahren als eine transformative Kraft, die ganze Branchen neu gestalten wird, nicht nur den Transportsektor.
„Die derzeitigen großen Akteure müssen sich anpassen, sonst laufen sie Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten“, warnt er. Dieser technologische Wandel ist mehr als nur eine schrittweise Verbesserung – er bedeutet eine grundlegende Neukonzeption der Interaktion zwischen Fahrzeugen, Infrastruktur und Energiesystemen.
Design mit neuen Materialien neu denken
John Morehead, Berater und Vorstandsmitglied der CWIEME, identifiziert eine historische Einschränkung, die nun endlich angegangen wird: die traditionelle Abhängigkeit der Automobilindustrie von Grundstoffen wie Stahl und Kupfer. „Die Automobilhersteller selbst verfügten einfach nicht über die Forschungs- und Entwicklungsbudgets, um viel in Bezug auf die Erforschung neuer Materialien zu unternehmen“, bemerkt er.
Dies ändert sich derzeit dramatisch. Neue magnetische Materialien, weichmagnetische Verbundwerkstoffe, fortschrittliche Legierungen und speziell für die 3D-Fertigung entwickelte Materialien werden die Leistung, Haltbarkeit, Effizienz und das Lebenszyklusmanagement von Motoren revolutionieren. Die Auswirkungen gehen weit über inkrementelle Verbesserungen hinaus – diese Materialien könnten völlig neue Ansätze für die Konstruktion und Fertigung von Motoren ermöglichen.
Der Bedarf an grüner Energie
Ales Bertuzzi, Berater für Transformatorprozesse und Vorstandsmitglied der CWIEME, betrachtet die technologische Entwicklung als eine ökologische Notwendigkeit. Seine Begeisterung für umweltfreundliche und erneuerbare Technologien in Verbindung mit dem Aufstieg der E-Mobilität spiegelt die branchenweite Erkenntnis wider, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine Option, sondern eine Notwendigkeit ist.
„Es gibt eine deutliche Abkehr von traditionellen Praktiken in der Öl- und Gasindustrie, und nachdem wir seit Jahrzehnten die Notwendigkeit von Veränderungen erkannt haben, sehen wir endlich echte Fortschritte“, bemerkt Bertuzzi. Die Batterietechnologie und die Produktion grüner Energie schreiten rasch voran und schaffen neue Anforderungen an die Energieinfrastruktur, die mit der zunehmenden Elektromobilität und dem öffentlichen Nahverkehr Schritt halten kann.
Bertuzzis Vision reicht bis zur ultimativen Energielösung: der Kernfusion. „Wenn wir das schaffen, könnte die Fusion die wirkungsvollste Technologie überhaupt sein, und es sieht so aus, als kämen wir diesem Ziel immer näher.“ Auch wenn die Fusion noch in weiter Ferne liegt, zeigt seine Einbeziehung kleiner Kernreaktoren in den kurzfristigen Energiemix den pragmatischen Ansatz der Branche in Bezug auf die Dekarbonisierung.
Innovative Zusammenarbeit
Die vielleicht überraschendste Erkenntnis stammt von Marcel Hilgers, Vizepräsident bei thyssenkrupp, der die Annahme in Frage stellt, dass Technologie allein den Wandel vorantreiben wird. Hilgers erkennt zwar die Bedeutung der Reduzierung von Energieverlusten bei Elektrostahl an, glaubt jedoch, dass der eigentliche Wendepunkt grundlegend menschlicher Natur sein wird: „Der größte Treiber unserer Branche in den kommenden Jahren wird nicht die Technologie sein, sondern die Zusammenarbeit und das Lernen, wie man – gemeinsam – entlang der Wertschöpfungskette wachsen kann.“
Hilgers Perspektive hebt drei entscheidende Säulen für die Zukunft der Branche hervor: Zusammenarbeit, Dekarbonisierung und Resilienz. Dies erinnert uns daran, dass selbst in Zeiten rascher technologischer Fortschritte die Fähigkeit zur Zusammenarbeit über traditionelle Grenzen hinweg die wertvollste Innovation überhaupt sein kann.
Diese Branchenführer zeichnen ein Bild der Transformation, das sowohl spannend als auch anspruchsvoll ist. Der Erfolg im nächsten Jahrzehnt erfordert nicht nur technologische Innovationen, sondern auch die Weisheit, diese Fortschritte umsichtig zu integrieren.
Es ist klar, dass das nächste Jahrzehnt von denjenigen geprägt sein wird, die diese transformativen Kräfte erfolgreich steuern können und gleichzeitig den Fokus auf den Aufbau einer effizienteren, nachhaltigeren und vernetzten Welt behalten.
Werden Sie Teil der Zukunft der Elektroindustrie auf der CWIEME Berlin. Verpassen Sie nicht Ihre Chance, an den Diskussionen teilzunehmen, die das nächste Jahrzehnt prägen werden. Melden Sie sich jetzt an, um dabei zu sein. CWIEME Berlin 2026.




















