Erfahren Sie, wie Nürnberg, Dresden, Stuttgart, Frankfurt und Berlin durch Innovationen bei Transformatoren, Halbleitern und nachhaltigen Energiesystemen die Elektrifizierung Europas vorantreiben.
Die Elektrifizierung Europas ist von zentraler Bedeutung für das Erreichen der Netto-Null-Emissionen. Sie erfordert eine branchenübergreifende Zusammenarbeit entlang der gesamten Lieferkette. Deutschland spielt mit seiner strategisch günstigen Lage, seiner industriellen Stärke und seiner zukunftsorientierten Politik eine entscheidende Rolle bei der Vorantreibung dieses Wandels. Nicola Acampora, Leiter der Wachstumsabteilung bei der Hyve Group – dem Veranstalter der CWIEME Berlin – skizziert den deutschen Elektrifizierungskorridor und stellt dabei fünf Städte vor, die die Zukunft der europäischen Energielandschaft prägen.
Elektrifizierung als industrielle Strategie
Bei einer erfolgreichen Elektrifizierung geht es nicht nur darum, sich von fossilen Brennstoffen zu lösen. Es bedeutet vielmehr, Systeme neu zu konzipieren, um den wachsenden Bedarf durch elektrifizierten Verkehr, cloud-native Branchen und mit erneuerbaren Energien betriebene Stromnetze zu decken. In ganz Deutschland entwickeln, bauen und skalieren Cluster aus Industrie und Forschung die Hardware, die die Elektrifizierung vorantreibt – von Leistungstransformatoren und Antriebsmotoren bis hin zu Halbleitern und Stromversorgungssystemen für Rechenzentren.
Investoren, politische Entscheidungsträger und Kunden blicken über die einzelnen Komponenten hinaus auf die Ökosysteme, die Innovation, lokale Produktion und Netzstabilität ermöglichen.
Nürnberg: Stromversorgung durch Innovationen im Bereich der Transformatoren
Nürnberg hat sich zu einem Zentrum für die Elektrotechnik im Netzmaßstab entwickelt, insbesondere im Bereich Transformatoren und Hochspannungsinfrastruktur. Das Werk von Siemens Energy in Nürnberg, einer der wichtigsten Produktionsstandorte für Transformatoren in Europa, erweitert im Jahr 2025 seine Kapazitäten, um der Nachfrage von Übertragungsnetzbetreibern und Projekten zur Einbindung erneuerbarer Energien gerecht zu werden.
Angesichts der mehrjährigen Vorlaufzeiten für Transformatoren in ganz Europa unterstützt das industrielle Ökosystem in Nürnberg die heimische Produktion und verringert die Abhängigkeit von Importen. Dies stärkt die Fähigkeit Europas, Netzinvestitionsprogramme termingerecht umzusetzen.
Dresden: Der Halbleiter-Motor Europas
Als Herzstück von „Silicon Saxony“ ist Dresden europaweit führend in der Halbleiterproduktion und der digitalen Autonomie. Als Standort von GlobalFoundries, Infineon und dem neuen, von TSMC unterstützten Joint Venture ESMC ist es die einzige europäische Region mit einer derart hohen Konzentration an fortschrittlicher Chipfertigung.
Halbleiter bilden die Grundlage für jeden Schritt auf dem Weg zur Elektrifizierung – von der automatisierten Fertigung bis hin zur Integration in intelligente Stromnetze. Mit Unterstützung des EU-Chips-Gesetzes und deutscher Bundesinvestitionen sorgt Dresden für eine hohe Halbleiterproduktion, um sicherzustellen, dass europäische Hersteller widerstandsfähig und weltweit wettbewerbsfähig bleiben.
Stuttgart: Vorreiter beim Wandel zur elektrifizierten Mobilität
Stuttgarts Automobiltradition – mit Namen wie Mercedes-Benz Group, Porsche und Mahle – definiert derzeit die Technologie für elektrische Antriebe neu. Die Tier-1-Zulieferer der Region verlagern ihren Schwerpunkt von Verbrennungssystemen hin zu elektrischen Antriebseinheiten, Batterieintegration und Innovationen im Bereich der Wechselrichter.
Elektromobilität steht symbolisch für den umfassenden Elektrifizierungstrend, der sich von Fahrzeugen über Windkraftanlagen bis hin zu Industrierobotik und HLK-Anlagen erstreckt. Stuttgarts Innovationspipeline treibt die Entwicklung von Elektromotortechnologien weiter voran, die Europas umweltfreundlichen Verkehrs- und Fertigungssektor antreiben.
Frankfurt: Das Kraftzentrum der Rechenzentren
Frankfurt hat sich zu einem der führenden Rechenzentrumsstandorte Europas entwickelt und ist Teil der FLAP-Märkte (Frankfurt-London-Amsterdam-Paris). Laut CBRE steigt die Nachfrage nach Rechenzentrumsflächen in Frankfurt stark an, angetrieben durch KI-Workloads und das Wachstum der Cloud-Infrastruktur.
Diese Expansion führt zu einem sprunghaften Anstieg des Strombedarfs. Rechenzentren sind zu Stromverbrauchern im Netzmaßstab geworden, die zuverlässige, hochwertige Energieanschlüsse benötigen. Ihre Konzeption und ihr Standort haben direkten Einfluss auf die Modernisierung der Stromnetze und den Ausbau erneuerbarer Energien in ganz Europa.
Berlin: Forschung, Innovation und Zusammenarbeit in großem Maßstab
Berlin verbindet angewandte Forschung mit industrieller Umsetzung und überbrückt so die Kluft zwischen wissenschaftlichen Entdeckungen und kommerzieller Anwendung. Einrichtungen wie das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) leisten Pionierarbeit bei Durchbrüchen im Bereich der Tandem-Photovoltaikzellen, die den Wirkungsgrad über die aktuellen weltweiten Maßstäbe hinaus steigern.
Da Europa bestrebt ist, die Energieproduktion fossiler Brennstoffe zu erreichen und zu übertreffen, sind forschungsorientierte Städte wie Berlin von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung skalierbarer Lösungen. Die interdisziplinären Netzwerke der Stadt machen sie zu einem Knotenpunkt für paneuropäische Elektrifizierungsprojekte und kooperative Innovation.
CWIEME Berlin: Wo Leistung auf Fortschritt trifft
Als weltweit größte Fachmesse für Spulenwicklung und Elektrofertigung bringt die CWIEME Berlin Fachleute aus allen Bereichen der Elektrifizierungs-Wertschöpfungskette zusammen. Von Rohstofflieferanten über Innovatoren im Bereich der Komponenten bis hin zu Netzbetreibern – hier trifft Energie auf Fortschritt.
Mit ihrem Standort in der deutschen Hauptstadt fördert die CWIEME Berlin Zusammenarbeit und den Austausch von Erkenntnissen, um die Elektrifizierung Europas voranzutreiben. Sie ist nach wie vor der Treffpunkt für Innovatoren, die die Zukunft von Energiesystemen, E-Mobilität und Stromverteilung gestalten.
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