Neue Recyclingprojekte könnten die Versorgung mit Magneten stärken und die Abhängigkeit von importierten Seltenen Erden verringern.
Da die Nachfrage nach Elektromotoren weiter steigt, blicken die Hersteller über den Bergbau hinaus, um sich die Seltenerdmagnete zu sichern, die diese Motoren antreiben. Eine Reihe neuer Initiativen aus Großbritannien deutet darauf hin, dass Elektrofahrzeuge am Ende ihrer Lebensdauer zu einer wichtigen Quelle für die Materialien werden könnten, die für die nächste Generation von Motoren benötigt werden.
Das mit 6,5 Millionen Pfund dotierte Projekt „REACT UK“ bringt Hersteller, Recyclingunternehmen und Forscher zusammen, um Neodym-Eisen-Bor-Magnete (NdFeB) aus ausgedienten Hybrid- und Elektrofahrzeugen zurückzugewinnen. Ziel ist es, eine inländische Kreislaufwirtschafts-Lieferkette aufzubauen, die in der Lage ist, Magnete in Automobilqualität aus recycelten Materialien herzustellen. Dies soll dazu beitragen, die Abhängigkeit von importierten Seltenen Erden zu verringern und gleichzeitig die zukünftige Fertigung zu unterstützen.
Das Projekt spiegelt einen allgemeinen Trend in ganz Europa wider, wo Regierungen und Industrie in die Sicherung der Versorgung mit kritischen Mineralien investieren. Die britische Regierung hat zudem ihr neues „Magnet Hub“-Programm ins Leben gerufen, das im Rahmen ihres umfassenderen Programms für kritische Mineralien darauf abzielt, die heimische Produktion von Seltenerdmagneten, die Recyclingkapazitäten und die Innovationskraft zu stärken.
Für die Hersteller geht es dabei um weit mehr als nur um Nachhaltigkeit. Permanentmagnete sind nach wie vor eine entscheidende Komponente in vielen leistungsstarken Elektromotoren, während geopolitische Unsicherheiten und die Konzentration der Lieferketten weiterhin wirtschaftliche Risiken mit sich bringen. Der Aufbau einer zuverlässigen alternativen Bezugsquelle für magnetische Werkstoffe könnte die Versorgungssicherheit verbessern, die langfristige Produktionsplanung unterstützen und die Anfälligkeit gegenüber Marktschwankungen verringern.
In der Elektroindustrie verlagert sich der Fokus zunehmend von der Herkunft kritischer Materialien hin zur Frage, wie diese im Kreislauf verbleiben. Die Rückgewinnung von Magneten aus bereits im Einsatz befindlichen Produkten könnte zu einem immer wichtigeren Bestandteil künftiger Lieferketten werden.
Dies ist ein Thema, das in der gesamten CWIEME-Berlin-Community auf zunehmendes Interesse stoßen wird. Von Motorenherstellern und Magnetherstellern bis hin zu Recyclingunternehmen, Materialspezialisten und Forschungs- und Entwicklungsteams – die Branche sucht nach neuen Wegen, um sich die Versorgung mit kritischen Werkstoffen zu sichern, ohne dabei Abstriche bei Leistung oder Qualität machen zu müssen.
Angesichts der zunehmenden Elektrifizierung in den Bereichen Automobil, Industrie und Energie wird die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette von entscheidender Bedeutung sein. Die CWIEME Berlin bietet eine Plattform für diesen Austausch und bringt Unternehmen, die fortschrittliche Motorentechnologien entwickeln, mit Zulieferern, Werkstoffexperten und Fertigungsspezialisten zusammen, die gemeinsam eine widerstandsfähigere Zukunft für die Elektroindustrie gestalten.



















