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Der Kupferengpass: Was die steigende Nachfrage für die Hersteller bedeutet

26. August 2026 | Artikel

Die Elektrifizierung führt zu einer steigenden Nachfrage nach Kupfer. Was bedeutet das für die Hersteller entlang der gesamten Lieferkette?

Kupfer spielt eine zentrale Rolle bei der Elektrifizierung. 

Es ist unverzichtbar für Transformatoren, Elektromotoren, Generatoren, Kabel und die gesamte Netzinfrastruktur. Da die Investitionen in diesen Märkten steigen, konkurrieren Hersteller entlang der gesamten elektrischen Lieferkette um immer größere Mengen desselben wichtigen Materials. 

Die jüngsten Marktentwicklungen haben diesen Druck erneut in den Fokus gerückt. Die jüngsten Ergebnisse von BHP verdeutlichten die wachsende Bedeutung von Kupfer für das Geschäft des Unternehmens, das plant, die Kupferproduktion bis 2035 um 40 % zu steigern. Auch Aurubis hat ein stärkeres Quartalsergebnis vermeldet, das zum Teil auf höhere Kupferpreise sowie Umsätze aus Kupferprodukten und Recycling zurückzuführen ist. 

Für Hersteller von Elektrogeräten geht es nicht nur darum, wie viel Kupfer weltweit produziert werden kann. Es geht vielmehr darum, wie sich die steigende Nachfrage auf die Materialversorgungssicherheit, die Kosten und die Produktionsentscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette auswirken wird. 

Ein Material, steigende Nachfrage 

Die Nachfrage nach Kupfer kommt nicht nur aus einem einzigen Sektor. 

Der Ausbau des Stromnetzes erfordert Transformatoren, Leitungen und Kabel. Rechenzentren benötigen eine umfangreiche elektrische Infrastruktur. Elektrofahrzeuge benötigen Motoren und eine Ladeinfrastruktur. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sorgt durch Generatoren, Transformatoren und Übertragungsnetze für zusätzlichen Bedarf. 

Dadurch entsteht gleichzeitig in mehreren Endmärkten Wettbewerb um Kupfer. 

Innerhalb der Wertschöpfungskette der CWIEME Berlin fließt Kupfer direkt in elektrische Leiter, Motor- und Generatorenkomponenten, Transformatoren und die Energieinfrastruktur ein. 

Der Druck, der bereits in der Rohstoffphase entsteht, kann sich daher schnell auf den Rest der Lieferkette auswirken. 

Die Materialsicherheit wird zu einer Entscheidung in der Fertigung 

Für Transformator- und Motorhersteller haben die Verfügbarkeit und die Kosten von Kupfer weitaus größere Auswirkungen als nur auf die Beschaffung. 

Eine Branchenstudie der CWIEME Berlin identifiziert die Schwankungen bei Kupferpreisen und die Materialversorgungssicherheit als Herausforderungen sowohl für Transformator- als auch für Elektromotorenhersteller. Transformatorhersteller müssen lange und anfällige Lieferketten für kritische Materialien bewältigen, während Motorenhersteller dem konkurrierenden Druck durch Materialkosten, Leistungsanforderungen und Margensicherung ausgesetzt sind. 

Dadurch gewinnt die Werkstoffstrategie bei technischen und produktionsbezogenen Entscheidungen zunehmend an Bedeutung. 

Hersteller können Möglichkeiten zur Optimierung der Leiter, den Einsatz alternativer Materialien – sofern technisch sinnvoll –, die Verwendung von recycelten Materialien sowie eine engere Zusammenarbeit mit Lieferanten prüfen. Jede dieser Entscheidungen bringt jedoch Überlegungen hinsichtlich Leitfähigkeit, Gewicht, thermischer Leistung, Fertigungsprozessen, Zuverlässigkeit und Kosten mit sich. 

Es gibt keine allgemeingültige Antwort, die für alle Anwendungsfälle gilt. 

Könnte die Kreislaufwirtschaft die Versorgung stärken? 

Auch das Recycling spielt in der Diskussion um die Kupferversorgung eine immer wichtigere Rolle. 

Im Gegensatz zur Eröffnung neuer Minen oder zum Ausbau der Primärproduktion bietet die Rückgewinnung von bereits im Umlauf befindlichem Kupfer eine weitere Versorgungsmöglichkeit. Für Elektrohersteller reicht die Verfügbarkeit allein jedoch nicht aus. Materialqualität, Rückverfolgbarkeit und Konsistenz müssen nach wie vor hohen technischen Anforderungen genügen. 

Daher gewinnt die Zusammenarbeit zwischen Rohstoffproduzenten, Verarbeitern und Herstellern zunehmend an Bedeutung. 

Dabei geht es nicht nur darum, mehr Kupfer zu beschaffen, sondern auch darum, vorhandenes Material effektiver zu nutzen und dabei die Produktleistung und die Fertigungsqualität aufrechtzuerhalten. 

Entscheidungen zur Beschaffung müssen früher getroffen werden 

Die allgemeine Erkenntnis daraus ist, dass die Verantwortung für die Materialverfügbarkeit nicht mehr allein bei den Beschaffungsteams liegen kann. 

Technische Entscheidungen beeinflussen den Kupferbedarf eines Produkts. Die Fertigungsprozesse bestimmen, wie effizient dieses Material genutzt wird. Die Beziehungen zu den Lieferanten wirken sich auf die Verfügbarkeit und die Anfälligkeit gegenüber Preisschwankungen aus. 

Eine frühzeitige Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Engineering, Beschaffung, Fertigung und Zulieferern kann Unternehmen dabei helfen, diese Abwägungen zu erkennen, bevor der Lieferdruck die Fertigungsebene erreicht. 

Die Elektrifizierung beginnt bei den Materialien 

Das Wachstum der Elektrifizierung wird häufig anhand neuer Netzprojekte, der Produktion von Elektrofahrzeugen, der Kapazität erneuerbarer Energien und von Rechenzentren gemessen. 

Doch jede dieser Entwicklungen ist auf physische Materialien angewiesen. 

Angesichts der steigenden Nachfrage entlang der gesamten Lieferkette der Elektroindustrie ist Kupfer ein anschauliches Beispiel dafür, warum die Energiewende auch eine Frage der Fertigung und der Werkstoffe sein muss. 

Die Unternehmen, die ihre Versorgung sichern, Materialverschwendung reduzieren und fundierte Designentscheidungen treffen können, werden besser aufgestellt sein, um die steigende Nachfrage nach Elektrifizierung in eine zuverlässige Produktion umzusetzen. 

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Veranstaltungsort

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