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Die wichtigsten Akteure bei der Umstellung der Stromübertragung und -verteilung

05. Februar 2026 | Artikel

Wie Deutschlands Großkonzerne und der Mittelstand das Stromnetz modernisieren

Seit Jahrzehnten wird der Sektorfür Stromübertragung und -verteilung (T&D) von großen Energieversorgern, Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) und Originalgeräteherstellern (OEM) geprägt, die Strominfrastruktur in großem Maßstab bereitstellen. Als Herzstück der europäischen Energiewende leitet Deutschland eine beispiellose Initiative zur Elektrifizierung der Industrie unter Wahrung der Netzstabilität und -sicherheit. Hier untersucht Alex Koidis, Leiter der Community bei CWIEME, wie deutsche Unternehmen in jeder Phase der Lieferkette zur Modernisierung des Stromnetzes beitragen.

Angesichts eines steigenden Anteils erneuerbarer Energien stehen die europäischen Stromnetze vor einer beispiellosen Herausforderung. Im Jahr 2023 berichtete die Gemeinsame Forschungsstelle der EU, dass ein höherer Anteil an Wind- und Solarstrom die Volatilität erhöhen würde und dass das europäische Stromnetz bis zu siebenmal mehr Flexibilität benötigen würde, um einen funktionierenden Netzbetrieb zu gewährleisten. Eine solche Volatilität erhöht den Bedarf an sicherer und zuverlässiger Infrastruktur im gesamten Übertragungs- und Verteilungssektor sowie an Innovationen entlang der gesamten Lieferkette.

Der Stromtransport quer durch Europa erfordert unterdessen eine Vielzahl von Spezialisten, von denen jeder eine definierte Rolle dabei spielt, den Stromfluss sicher und zuverlässig aufrechtzuerhalten. Auf Systemebene sind die Übertragungsnetzbetreiber (TSOs) für die Planung, den Bau und den Betrieb der Hochspannungsinfrastruktur verantwortlich, die die Energieerzeugungsanlagen mit den großen Verbrauchszentren verbindet.

Der nächste Schritt in der Lieferkette sind große OEMs, die wichtige Anlagen wie Transformatoren und Umspannwerke für die Integration durch die TSOs entwerfen und produzieren. Auf dieser Ebene wenden die Unternehmen viel Zeit darauf auf, sicherzustellen, dass komplexe Baugruppen aus Komponenten, Software und Steuerungssystemen für die Einhaltung der europaweiten Netzstandards zertifiziert sind.

Schließlich sorgen Anlagenhersteller und spezialisierte Technologieanbieter dafür, dass Netzausrüstung jederzeit verfügbar ist und gemäß strengen Anforderungen an Effizienz und Lebensdauer produziert wird. Dabei kann es sich um Großfabriken handeln, die die schweren elektrischen Anlagen herstellen, die zur Spannungserhöhung und -senkung benötigt werden, oder um eine Gruppe kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), die innovative Lösungen für spezifische Anforderungen anbieten.

Deutschlands Hauptakteure

Netzbetreiber legen die langfristigen Strategien fest, die die nachgelagerte Lieferkette prägen. Investitionen wie der von TenneT im Jahr 2023 abgeschlossene Vertrag im Wert von 1,9 Milliarden Euro stehen für das Engagement für die Energiewende, das von den Betreibern gefordert wird, um die Entwicklung im Bereich Übertragung und Verteilung voranzutreiben. Deutschlands größter Hochspannungsnetzbetreiber strebt im Rahmen einer Systemüberholung die Bereitstellung modernster Umspannwerke an, um ein zuverlässiges und widerstandsfähiges Stromnetz zu gewährleisten.

Im Rahmen dieser Rahmenvereinbarung arbeitet TenneT mit einem der größten Anbieter von Netztechnologien zusammen: Siemens Energy. Der in Deutschland ansässige OEM liefert Hochspannungsausrüstung, Transformatoren und digitale Lösungen, die die Fernstromübertragung und die Integration erneuerbarer Energien in großem Maßstab unterstützen. Mit seiner weltweiten Erfahrung ist das Unternehmen in der Lage, bestehende Netze und grenzüberschreitende Verbindungen zu stärken, da der Stromfluss zunehmend dezentralisiert und bidirektional wird.
 


Ebenfalls in Deutschland ansässig und Teil derselben Investition ist der Hersteller SGB-SMIT, dessen Transformatorentechnologien für die Spannungserhöhung und -senkung in den Netzen unverzichtbar sind. Angesichts steigender Netzlasten und sich wandelnder Betriebsbedingungen wächst die Nachfrage nach Transformatoren, die einen höheren Wirkungsgrad, geringere Verluste und eine verbesserte Ausfallsicherheit bieten.

Die Rolle des Mittelstands

Unternehmen, die flexibel bleiben und am Puls der Zeit sind, können sich besser an die mit dezentralen Energiequellen (DERs) verbundenen Schwankungen anpassen. Diese Gruppe von KMU, die gemeinsam als deutscher Mittelstand bekannt ist, bildet das technologische Rückgrat des europäischen Stromnetzes.

Nach Angaben des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM Bonn) beschäftigen deutsche KMU insgesamt rund 19 Millionen Menschen, was mehr als der Hälfte der Gesamtbeschäftigung im Land entspricht. Sie tragen zudem über 55 Prozent zur gesamten Nettowertschöpfung der deutschen Wirtschaft bei, was ihre Rolle sowohl als Arbeitgeber als auch als Wertschöpfer unterstreicht.

Flexibilität und Zusammenarbeit in einem sich wandelnden Stromnetz

KMU zeichnen sich durch eine Flexibilität aus, mit der größere Unternehmen oft nur schwer mithalten können. Angesichts neuer Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien sind kleinere Ingenieurteams besser in der Lage, Entwürfe, Materialien oder Produktionsmethoden schnell anzupassen. Diese Anpassungsfähigkeit ergänzt die Größenvorteile und die Fähigkeiten auf Systemebene großer OEMs und Netzbetreiber.

Bei Netzprojekten stehen Lieferketten zunehmend unter dem Druck, die Produktion zu lokalisieren, Emissionen zu reduzieren und die Widerstandsfähigkeit zu verbessern. Dies schafft zwar Chancen für europäische Hersteller, weckt aber auch Erwartungen hinsichtlich Transparenz, Lebenszyklusdaten und Umweltleistung – Bereiche, in denen Unterstützung und Zusammenarbeit entscheidend sind.

Ein bewährter Weg zur Überwindung dieser Hindernisse liegt in der Zusammenarbeit nicht nur zwischen KMU, OEMs und TSOs, sondern im gesamten Ökosystem der Elektrotechnik. Partnerschaften ermöglichen es kleineren Unternehmen, Fachwissen zu bündeln, Risiken zu teilen und gemeinsam die Anforderungen groß angelegter Netzprojekte zu erfüllen.

Branchenplattformen und Fachveranstaltungen wie die CWIEME Berlin spielen hier eine entscheidende Rolle. Als globaler Treffpunkt für Innovatoren aus den Bereichen Transformatoren, Motoren und E-Mobilität bringt die Messe Materialzulieferer, Komponentenhersteller, Maschinenbauer und Systemintegratoren zusammen, um die Distanz zwischen Innovation und Anwendung zu verkürzen. 

Eine erhöhte Sichtbarkeit für kleinere Unternehmen kommt allen Beteiligten zugute, da sie so ihr Nischen-Know-how unter Beweis stellen, Entwicklungen an den Anforderungen der Praxis ausrichten und die für eine effektive Skalierung notwendigen Beziehungen aufbauen können. Mit einem eigenen Transmission & Distribution Club bietet die CWIEME Berlin einen erstklassigen Raum für den branchenübergreifenden Austausch zwischen KMU und anerkannten Branchenführern.

Die Zukunft der europäischen Stromnetze gestalten

Der Mittelstand hat sich bereits als wichtiger Teil der deutschen Wirtschaft erwiesen. Während Europa auf Klimaneutralität und Netto-Null hinarbeitet, ist der T&D-Sektor auf Tausende spezialisierter Unternehmen angewiesen, die ihre Komponenten, Materialien und ihr Fertigungs-Know-how bereitstellen, um die steigende Nachfrage zu decken.

Der Erfolg der Energiewende erfordert eine Zusammenarbeit auf allen Ebenen der Lieferkette. Gemeinsam gestalten diese Organisationen die europäischen Stromnetze neu und legen den Grundstein für die Umsetzung industrieller und klimatischer Ziele.

Besucher können sich vom 19. bis 21. Mai auf der CWIEME Berlin 2026 mit dem T&D-Ökosystem vernetzen, darunter Unternehmen wie TenneT, Siemens Energy, SGB-SMIT, SEW-EURODRIVE und die VEM Group GmbH. Entdecken Sie die Gründe für einen Besuch.

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Veranstaltungsort

Messe Berlin, Südeingang, Messedamm 22, D-14055 Berlin, Deutschland

Öffnungszeiten

Dienstag, 19. Mai| 09:30 – 17:30 Uhr

Mittwoch, 20. Mai | 09:30 – 17:30 Uhr

Donnerstag, 21. Mai| 09:30 – 16:00 Uhr