Eine engere Zusammenarbeit zwischen Energieversorgern, Transformatorenherstellern und Zulieferern hilft Unternehmen dabei, Lieferrisiken zu minimieren, noch bevor Projekte in die Produktionsphase eintreten.
Da die Nachfrage nach Übertragungs- und Verteilungsinfrastruktur in ganz Europa weiter steigt, ist die Lieferung von Transformatoren zu einem der größten Risiken für Netzprojekte geworden. Während die Aufmerksamkeit bislang vor allem auf Produktionskapazitäten und Engpässe in der Lieferkette gerichtet war, haben viele Verzögerungen bereits viel früher im Projektlebenszyklus ihren Ursprung.
Indem Energieversorger, Erstausrüster und Zulieferer frühzeitig in die Planungsgespräche einbezogen werden, können Unternehmen ihre Prognosen verbessern, technische Anforderungen aufeinander abstimmen und vermeidbare Risiken reduzieren, noch bevor die Produktion überhaupt beginnt.
Das Lieferrisiko beginnt oft schon lange vor der Fertigung
Wenn es bei Transformatorprojekten zu Verzögerungen kommt, wird häufig die Fertigung als Ursache angesehen. Tatsächlich entstehen viele Herausforderungen bereits Monate oder sogar Jahre, bevor ein Produktionstermin zugewiesen wird.
Späte Konstruktionsänderungen, sich weiterentwickelnde technische Spezifikationen, ungewisse Projektzeitpläne und eine eingeschränkte Vorhersehbarkeit der künftigen Nachfrage führen bei den Herstellern zu Unsicherheit. Gleichzeitig müssen die Energieversorger immer komplexere Infrastrukturprogramme bewältigen und dabei regulatorische Anforderungen, Budgetzwänge und ehrgeizige Fertigstellungstermine unter einen Hut bringen.
Ohne frühzeitige Kommunikation sind beide Seiten gezwungen, Entscheidungen auf der Grundlage unvollständiger Informationen zu treffen. Dies kann zu längeren Beschaffungszyklen, Produktionsengpässen und unnötigem Druck entlang der gesamten Lieferkette führen.
Die Minimierung des Lieferrisikos beginnt daher schon lange bevor der erste Stahl zugeschnitten oder die erste Wicklung gefertigt wird.
Vom Einkauf zur Partnerschaft
Branchenweit entwickelt sich die Beschaffung von einem rein transaktionalen Prozess hin zu einem stärker auf Zusammenarbeit ausgerichteten Modell.
Anstatt Hersteller erst dann einzubeziehen, wenn eine formelle Ausschreibung veröffentlicht wird, nehmen viele Energieversorger bereits viel früher im Planungsprozess Gespräche mit ihnen auf. Durch die Weitergabe langfristiger Investitionsprogramme und der prognostizierten Nachfrage können Hersteller zukünftige Anforderungen besser einschätzen, ihre Produktionskapazitäten bewerten und potenzielle Engpässe frühzeitig erkennen.
Dieser Ansatz bringt für beide Seiten Vorteile mit sich. Versorgungsunternehmen gewinnen mehr Sicherheit hinsichtlich der Liefertermine, während Hersteller fundiertere Entscheidungen in Bezug auf Personalplanung, Investitionen und Anlagenauslastung treffen können.
Da die Stromnetze weiter ausgebaut werden, gewinnt diese Art der Zusammenarbeit zunehmend an Bedeutung.
Eine bessere Planung führt zu besseren Ergebnissen
Eine frühzeitige Zusammenarbeit eröffnet zudem Möglichkeiten zur Verbesserung der technischen Entscheidungsfindung.
Hersteller können wertvolle Einblicke in die Grundsätze der fertigungsgerechten Konstruktion geben und so Projektteams dabei unterstützen, zu verstehen, wie sich die Wahl der Spezifikationen auf die Komplexität der Produktion, die Vorlaufzeiten und die Testanforderungen auswirkt. In manchen Fällen können bereits relativ geringfügige Anpassungen zur Standardisierung bestimmter Elemente die Fertigung vereinfachen, ohne die Betriebsleistung zu beeinträchtigen.
Durch frühzeitige Absprachen können Projektteams zudem potenzielle Risiken in der Lieferkette erkennen, Testpläne koordinieren und technische Fragen klären, bevor diese zu programmkritischen Problemen werden.
Diese Gespräche tragen dazu bei, Unsicherheiten über den gesamten Projektlebenszyklus hinweg zu verringern und für alle Beteiligten ein besser vorhersehbares Umfeld für die Projektabwicklung zu schaffen.
Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette
Eine erfolgreiche Netzversorgung hängt von weit mehr ab als nur von der Beziehung zwischen einem Energieversorger und seinem Transformatorhersteller.
Komponentenlieferanten, EPC-Unternehmen, Ingenieurbüros, Prüfspezialisten und Logistikdienstleister spielen alle eine wichtige Rolle bei der Inbetriebnahme neuer Anlagen. Durch den Aufbau engerer Verbindungen zwischen diesen Organisationen können Informationen effektiver ausgetauscht werden, was eine bessere Planung und schnellere Reaktionen bei auftretenden Herausforderungen ermöglicht.
Dieser kooperative Ansatz ist besonders wichtig, da sich Europa auf nachhaltige Investitionen in die Übertragungs- und Verteilungsinfrastruktur in den kommenden Jahrzehnten vorbereitet. Keine einzelne Organisation kann die heutigen Herausforderungen bei der Versorgung eigenständig bewältigen, doch gemeinsam kann die Branche eine widerstandsfähigere und reaktionsfähigere Lieferkette aufbauen.
Ein Blick in die Zukunft
Der Druck, neue Netzinfrastruktur bereitzustellen, dürfte kaum nachlassen. Angesichts zunehmender Investitionen werden Unternehmen, die engere Beziehungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Transformatorenbereich aufbauen, besser in der Lage sein, mit Unsicherheiten umzugehen, die Lieferzuverlässigkeit zu verbessern und widerstandsfähigere Stromnetze zu fördern.
Bei einer frühzeitigen Zusammenarbeit geht es nicht nur darum, die Kommunikation zu verbessern. Es geht darum, die Voraussetzungen für eine bessere Planung, eine bessere Fertigung und bessere Projektergebnisse zu schaffen.
Treffen Sie sich mit Energieversorgern, Übertragungsnetzbetreibern (TSOs), Verteilernetzbetreibern (DSOs), Transformatorenherstellern, EPC-Unternehmen und Technologieanbietern auf dem „Grid Delivery Summit“ der CWIEME Berlin, um zu erörtern, wie eine engere Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette dazu beitragen kann, Lieferrisiken zu verringern und den Umbau des europäischen Stromnetzes zu beschleunigen.



















