In diesem Interview blickt Frédéric Beghain auf seine 30-jährige Karriere im Bereich elektromechanischer Dienstleistungen zurück, erläutert den Auftrag der EASA, die Zusammenarbeit in der Branche zu stärken, und erklärt, warum Daten in den kommenden Jahren die entscheidende Triebkraft für Wartung, Leistung und Nachhaltigkeit sein werden.
Frédéric Beghain, General Manager des EASA-Verbands für Europa, Asien und Afrika, berichtet, wie er seinen Weg in die Elektrotechnik gefunden hat, beleuchtet die Bedeutung der Zusammenarbeit in der Branche und erläutert, warum Daten die Zukunft von Wartung und Nachhaltigkeit neu definieren werden.
Wie sind Sie ursprünglich zur Elektrotechnikbranche gekommen?
Ich bin eher zufällig in diese Branche gekommen. Mein akademischer Hintergrund liegt im Maschinenbau, und damals wurde diesen Themen in der formalen Ausbildung noch nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt.
Mein Einstieg erfolgte durch eine Gelegenheit bei ABB, wo ich gebeten wurde, langfristige und leistungsbasierte Wartungsverträge zu entwickeln. Dort habe ich die Branche wirklich entdeckt und war schnell davon begeistert.
Was mich damals beeindruckte und mich bis heute motiviert, ist das Potenzial, die Leistung zu verbessern und die Lebensdauer bestehender Maschinen zu verlängern. Mit der heutigen Datenrevolution ist dieses Potenzial noch größer. Es ist ein Bereich, der sich rasant weiterentwickelt, und ich glaube, dass er eine sehr vielversprechende Zukunft bietet.
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Können Sie uns etwas über Ihren bisherigen beruflichen Werdegang erzählen?
Ich bin nun seit mehr als 30 Jahren in dieser Branche tätig. Die Hälfte meiner Karriere verbrachte ich bei ABB, wo ich Komplettlösungen rund um das Motormanagement sowie Full-Service-Angebote entwickelte.
Anschließend war ich zwei Jahre bei Vestas tätig und sammelte weitere Erfahrungen im Windenergiesektor. In den letzten 12 Jahren leitete ich EASA in Europa, Asien und Afrika, was ein besonders bereicherndes Kapitel war.
In dieser Funktion hatte ich die Gelegenheit, eng mit wichtigen Entscheidungsträgern der gesamten Branche zusammenzuarbeiten. Die Leitung eines Berufsverbands ermöglicht es einem, einen größeren Einfluss auszuüben – Ideen mitzugestalten, Innovationen voranzutreiben und die Entwicklung der Branche als Ganzes zu unterstützen.
Was ist das Hauptziel der EASA, und was möchten Sie in Ihrer Funktion erreichen?
Im Kern dient die EASA dazu, die Branche für elektromechanische Wartungs- und Reparaturdienstleistungen zu stärken, indem sie eine starke Fachgemeinschaft zusammenbringt. Sie bietet einen Rahmen, in dem Experten voneinander lernen, Ideen austauschen und gemeinsam an Herausforderungen arbeiten können, die allein nur schwer zu bewältigen sind.
Durch die Zusammenarbeit ermöglicht die EASA Investitionen in Bereiche wie Schulungen, technische Ressourcen, Datenbanken und die Angleichung von Vorschriften – allesamt Bereiche, die gemeinsam weitaus effektiver sind als einzeln.
In meiner Rolle finde ich es am lohnendsten – und das möchte ich auch weiterhin unterstützen –, ein Umfeld zu schaffen, in dem Fachleute sich weiterentwickeln, Wissen austauschen und letztendlich die gesamte Branche stärken können.
Warum nehmen Sie an der CWIEME Berlin teil?
Ich besuche die CWIEME Berlin seit mehr als zehn Jahren und habe daher miterlebt, wie sich die Veranstaltung im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat. Was sie besonders wertvoll macht, ist ihr starker Fokus auf die Wicklungstechnik, die für unsere Branche von zentraler Bedeutung ist, insbesondere im Hinblick auf elektrische Maschinen und das Neuwickeln.
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Es ist eine einmalige Gelegenheit, eine Vielzahl von Unternehmen und Interessengruppen an einem Ort zu treffen. Der Standort in Berlin macht die Veranstaltung zudem für ein internationales Publikum sehr gut erreichbar, was für eine Organisation wie die EASA von großer Bedeutung ist.
Insgesamt ist es ein wichtiger Treffpunkt für die globale Gemeinschaft, der wir dienen.
Treffen Sie sich mit Frédéric Beghain und Tausenden von Ingenieuren, Herstellern und Innovatoren aus der weltweiten Elektrotechnikbranche auf der CWIEME Berlin 2026. Entdecken Sie neue Technologien, knüpfen Sie Kontakte zu Branchenführern und erkunden Sie die Zukunft der Elektrifizierung.
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Worauf freust du dich bei der diesjährigen Veranstaltung am meisten?
Unsere Branche ist derzeit unglaublich dynamisch, und es entstehen viele innovative und kreative Ideen. Ich würde mir wünschen, dass sich diese Energie in der Veranstaltung widerspiegelt – nicht nur in Bezug auf neue Technologien, sondern auch in Bezug auf neue Denkweisen.
Wir können uns nicht mehr auf „Business as usual“ verlassen. Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, erfordern frische Ideen und neue Ansätze. Mich interessiert besonders, wie Unternehmen Grenzen verschieben und verschiedene Wege erkunden, um die Branche voranzubringen.
Welche Technologie wird in den nächsten zehn Jahren den größten Einfluss auf die Branche haben?
Ohne zu zögern würde ich sagen: Daten. Sie verändern bereits die Welt und werden den Wartungssektor grundlegend umgestalten.
Mit besserem Zugang zu Daten können wir verstehen, wie Maschinen wirklich funktionieren, ihre Effizienz optimieren und ihre Lebensdauer erheblich verlängern. Dies hat erhebliche Auswirkungen nicht nur auf Kosten und Zuverlässigkeit, sondern auch auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz.
Was Daten so mächtig macht, ist, dass sie es uns ermöglichen, die Leistung auf eine Weise zu messen, zu analysieren, zu vergleichen und zu verbessern, die bisher nicht möglich war. Ich glaube, dass auch die Regulierung diese neuen Möglichkeiten nutzen wird, und Unternehmen, die diesen Wandel nicht mitmachen, laufen Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten.
Wir haben jetzt die Werkzeuge, um Dinge besser zu machen, und die Verantwortung, sie voll auszuschöpfen.



















