In diesem Interview der Reihe „5 Minuten mit …“ blickt Wayne Johnson auf eine Karriere zurück, die ihn von der Lagerhalle über die internationale Expansion bis hin in die Führungsetage geführt hat. Dabei teilt er seine Sichtweise darauf, wie sich die Elektrotechnik- und Motorenbranche entwickelt hat und worauf sie sich als Nächstes konzentrieren muss.
Der Branchenstratege Wayne Johnson blickt auf eine Karriere zurück, die ihn von der Fertigungsebene bis hin zu globalen Projekten geführt hat, und teilt seine Gedanken darüber, wie sich die Geschäftspraktiken in der Elektrotechnik- und Motorenindustrie weiterentwickelt haben.
1. Wie sind Sie ursprünglich zur Elektrotechnikbranche gekommen?
Mit 18 stand ich vor der Entscheidung, ob ich Buchhalter, Vermessungsingenieur oder Skilehrer werden sollte, als sich bei einer kleinen Laminierfirma eine Stelle im Marketing ergab. Ich nahm die Stelle an, studierte abends Wirtschaft, Buchhaltung und Management und lernte das Geschäft von der Pike auf.
Da ich für ein kleines Unternehmen arbeitete, musste ich mich um alles Mögliche kümmern, sei es Lieferungen mit einem 1-Tonnen-Lkw zu erledigen oder bei Vertragsverhandlungen zu helfen. Als das Unternehmen international expandierte, wuchs ich mit ihm. Dieser praxisnahe Einstieg zeigte mir, wie Produktion, Kunden und Menschen miteinander verbunden sind, und diese Grunderfahrung hat mich während meiner gesamten Karriere begleitet.
2. Wie haben sich die Geschäftspraktiken in der Branche seit Ihren Anfängen verändert?
Als ich anfing, war die Branche sehr hierarchisch geprägt, mit wenigen Chancen für junge Menschen und Frauen; der Aufstieg erfolgte oft nur durch „die Nachfolge eines Verstorbenen“. Es kam selten vor, dass junge Menschen nach ihrer Meinung gefragt wurden, und bei Frauen war dies noch seltener der Fall.
Im Jahr 2026 ist es schwer vorstellbar, wie es in den 1970er Jahren war.
Später, in Führungspositionen, haben wir daran gearbeitet, dies zu ändern, indem wir jüngere Menschen, Frauen und verschiedene Fachrichtungen in die Teams holten. Letztendlich wussten wir, dass Innovation von der Zusammenarbeit innerhalb unseres gesamten Unternehmens und extern zwischen Technik, Produktion und Kunden abhängen würde.
Gleichzeitig kannten zu Beginn meiner Karriere viele Führungskräfte ihre Belegschaft persönlich, und die Menschen bauten lange Karrieren in Laminier- und Motorenwerken auf. Heute ist die Loyalität manchmal weniger stark ausgeprägt, und Unternehmen laufen Gefahr, qualifizierte Mitarbeiter zu schnell zu verlieren. Man kann mit Sicherheit sagen, dass dies in einer Branche von Bedeutung ist, in der der Aufbau von Fachwissen Jahre dauert.
3. Welche Geschäftspraktiken haben sich Ihrer Erfahrung nach bewährt – und welche Fehler sollten Unternehmen vermeiden?
Die besten Unternehmen wissen, dass der Ruf entlang der gesamten Wertschöpfungskette eine Rolle spielt – von den Mitarbeitern über die Lieferanten bis hin zu den Kunden.
Wenn Beziehungen auf gegenseitigem Respekt und Fairness beruhen, sind sie von Dauer und Projekte werden erfolgreich. Wenn Unternehmen oder Einzelpersonen opportunistisch handeln, bricht die Zusammenarbeit zusammen und das Vertrauen lässt sich kaum wiederherstellen.
Auch Mentoring ist entscheidend. Ein Großteil des Wissens in den Bereichen Laminierung, Werkzeugbau und Motorenfertigung liegt bei erfahrenen Mitarbeitern, und Unternehmen, die dieses Wissen weitergeben, bauen stärkere Teams auf. Kurzfristiges Denken schadet Unternehmen oft.
4. Was ist Ihrer Meinung nach derzeit die größte Herausforderung für die Branche?
Unsicherheit stellt eine große Herausforderung dar. Investitionen in Pressen, Werkzeuge und Automatisierung sind langfristig angelegt, doch Märkte und politische Rahmenbedingungen ändern sich schnell.
Gleichzeitig bleibt es schwierig, Fachkräfte für die Fertigungsindustrie zu gewinnen, obwohl unsere Branche jeden Menschen auf der Welt betrifft.
Dennoch sind die Chancen enorm. So führt beispielsweise die Verbesserung der Motoreffizienz direkt zu einer Senkung des weltweiten Energieverbrauchs, wodurch Innovationen bei Materialien und in der Fertigung wichtiger denn je werden.
5. Was stimmt Sie mit Blick auf die Zukunft hinsichtlich der Entwicklung der Branche optimistisch?
Im Laufe der Jahre hat sich unsere Branche ständig an technologische und marktbezogene Veränderungen angepasst, während die Nachfrage nach effizienten elektrischen Maschinen stetig wächst.
Was mir Zuversicht gibt, ist zu sehen, wie junge Ingenieure mit neuen Kompetenzen in die Branche einsteigen, während erfahrene Fachkräfte weiterhin ihr praktisches Wissen in den Bereichen Technik und Fertigung weitergeben.
Unternehmen müssen weiterhin in ihre Mitarbeiter investieren und offen über die gesamte Lieferkette hinweg zusammenarbeiten. Angesichts der bevorstehenden Elektrifizierung und anderer industrieller Entwicklungen wird die Förderung von Talenten und Fachwissen von entscheidender Bedeutung sein, damit Unternehmen die sich bietenden Chancen nutzen können.



















