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5 Minuten mit... Wayne Johnson

23. Februar 2026 | Artikel

In diesem Interview der Reihe „5 Minuten mit …“ blickt Wayne Johnson auf eine Karriere zurück, die ihn durch Lagerhallen, internationale Expansion und Führungspositionen geführt hat, und teilt seine Sichtweise darüber, wie sich die Elektrotechnik- und Motorenindustrie entwickelt hat und worauf sie sich als Nächstes konzentrieren muss.

Der Branchenstratege Wayne Johnson blickt auf eine Karriere zurück, die ihn von der Fertigung zu globalen Projekten geführt hat, und teilt seine Gedanken darüber, wie sich die Geschäftspraktiken in der Elektrotechnik- und Automobilindustrie entwickelt haben.

1. Wie sind Sie zur Elektrotechnikbranche gekommen?

Mit 18 Jahren stand ich vor der Entscheidung, ob ich Buchhalter, Vermessungsingenieur oder Skilehrer werden sollte, als sich eine Stelle im Marketing bei einer kleinen Laminierfirma ergab. Ich nahm die Stelle an, studierte abends Wirtschaft, Buchhaltung und Management und lernte das Geschäft von Grund auf kennen.

Da ich für ein kleines Unternehmen arbeitete, musste ich mich um alles kümmern, sei es Lieferungen mit einem 1-Tonnen-Lkw oder die Unterstützung bei Vertragsverhandlungen. Als das Unternehmen international expandierte, wuchs ich mit ihm. Dieser praxisorientierte Start zeigte mir, wie Produktion, Kunden und Menschen miteinander verbunden sind, und diese Grundlage begleitete mich während meiner gesamten Karriere.

2. Wie haben sich die Geschäftspraktiken in der Branche seit Ihren Anfängen verändert?

Als ich anfing, war die Branche sehr hierarchisch, mit wenigen Chancen für junge Menschen und Frauen. Der Aufstieg erfolgte oft nach dem Prinzip „die Schuhe eines Verstorbenen“. Es kam selten vor, dass junge Menschen nach ihrer Meinung gefragt wurden, und noch seltener war dies bei Frauen der Fall. 

Im Jahr 2026 ist es schwer vorstellbar, wie es in den 1970er Jahren war.

Später, in Führungspositionen, haben wir daran gearbeitet, dies zu ändern, indem wir jüngere Menschen, Frauen und verschiedene Fachrichtungen in die Teams holten. Letztendlich wussten wir, dass Innovation von der Zusammenarbeit innerhalb unseres Unternehmens und extern zwischen Technik, Produktion und Kunden abhängen würde.

Gleichzeitig kannten viele Führungskräfte zu Beginn meiner Karriere ihre Mitarbeiter persönlich, und die Menschen bauten eine lange Karriere in Laminier- und Motorenwerken auf. Heute ist die Loyalität manchmal weniger stark ausgeprägt, und Unternehmen laufen Gefahr, qualifizierte Mitarbeiter zu schnell zu verlieren. Man kann mit Sicherheit sagen, dass dies in einer Branche, in der es Jahre dauert, bis man sich Fachwissen angeeignet hat, von Bedeutung ist.

3. Welche Geschäftspraktiken haben sich Ihrer Erfahrung nach bewährt – und welche Fehler sollten Unternehmen vermeiden?

Die besten Unternehmen wissen, dass der Ruf entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Bedeutung ist, von den Mitarbeitern über die Lieferanten bis hin zu den Kunden.

Wenn Beziehungen auf gegenseitigem Respekt und Fairness basieren, sind sie dauerhaft und Projekte erfolgreich. Wenn Unternehmen oder Einzelpersonen opportunistisch handeln, bricht die Zusammenarbeit zusammen und Vertrauen ist fast unmöglich wiederherzustellen.

Mentoring ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Ein Großteil des Wissens über die Laminierungsproduktion, Werkzeugherstellung und Motorenfertigung liegt bei erfahrenen Mitarbeitern, und Unternehmen, die dieses Wissen weitergeben, bauen stärkere Teams auf. Kurzfristiges Denken schadet Unternehmen oft.

4. Was ist Ihrer Meinung nach derzeit die größte Herausforderung für die Branche?

Unsicherheit ist eine große Herausforderung. Investitionen in Pressen, Werkzeuge und Automatisierung sind langfristig angelegt, aber Märkte und politische Rahmenbedingungen ändern sich schnell.

Gleichzeitig bleibt es schwierig, Talente für die Fertigungsindustrie zu gewinnen, obwohl unsere Branche jeden Menschen auf der Welt betrifft.

Dennoch sind die Chancen enorm. So führt beispielsweise die Verbesserung der Motoreffizienz direkt zu einer Verringerung des globalen Energieverbrauchs, wodurch Innovationen im Bereich Materialien und Fertigung wichtiger denn je werden.

5. Was stimmt Sie mit Blick auf die Zukunft optimistisch für die Branche?

Im Laufe der Jahre hat sich unsere Branche ständig an technologische und marktbezogene Veränderungen angepasst, und die Nachfrage nach effizienten Elektromaschinen wächst weiter.

Was mir Zuversicht gibt, ist, dass junge Ingenieure mit neuen Fähigkeiten in die Branche einsteigen, während erfahrene Mitarbeiter weiterhin ihr praktisches Wissen in den Bereichen Technik und Fertigung weitergeben.

Unternehmen müssen weiterhin in ihre Mitarbeiter investieren und offen über die gesamte Lieferkette hinweg zusammenarbeiten. Angesichts der bevorstehenden Elektrifizierung und anderer Entwicklungen in der Branche wird es unerlässlich sein, Talente und Fachwissen zu fördern, damit Unternehmen die sich bietenden Chancen nutzen können.  

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